Über Albert Einstein und Desmond Doss: die Filme Einstein und die Bombe und Hacksaw Ridge – Die Entscheidung
«Unser Schicksal hängt ganz und gar von unserer moralischen Entwicklung ab!» Mit diesem Zitat von Albert Einstein endet die Dokumentation Einstein und die Bombe, die ich vor Kurzem auf Netflix gesehen habe. Heute, am 14. März, würde Albert Einstein seinen 146. Geburtstag feiern.
Nicht jeder Held muss ein Genie sein, und nicht jedes Genie handelt wie ein Held. Doch manchmal gibt es Überschneidungen – und ob jemand als Held oder Genie erkannt wird, hängt oft von den äußeren Umständen und der Zeit ab, in der er lebt und wirkt. Ich habe zwei Filme gesehen, über die ich heute sprechen möchte. Zwei völlig unterschiedliche Genres, doch mit einem gemeinsamen Element: Krieg und Heldentum.
Ich habe die Filme Einstein und die Bombe und Hacksaw Ridge – Die Entscheidung gesehen, beide auf Netflix. Einstein war zweifellos ein Genie – aber war er auch ein Held? Das hängt vom Blickwinkel ab. Desmond Doss, der Protagonist in Hacksaw Ridge, war hingegen unbestreitbar ein Held: Desmond Thomas Doss war ein außergewöhnlicher Soldat – ein Held ohne Waffe. Geboren am 7. Februar 1919 in Lynchburg, Virginia, und verstorben am 23. März 2006 in Piedmont, Alabama, diente er als Sanitäter in der United States Army während des Zweiten Weltkriegs. Trotz seiner grundsätzlichen Verweigerung, eine Waffe zu tragen, rettete er im Pazifikkrieg schätzungsweise 75 verwundeten Kameraden das Leben. Er war der erste von nur drei Soldaten in der Geschichte der US-Streitkräfte, die als Waffendienstverweigerer mit der Medal of Honor, der höchsten militärischen Auszeichnung der USA, geehrt wurden. Im Gegensatz zu Thomas William Bennett und Joseph Guy LaPointe Jr., die diese Auszeichnung posthum erhielten, wurde Doss die Ehre noch zu Lebzeiten zuteil. Seine außergewöhnliche Tapferkeit zeigte er als Corporal in einer Sanitätseinheit der 77th Infantry Division, wo er unter schwerem Beschuss immer wieder auf das Schlachtfeld zurückkehrte, um Kameraden zu retten – ohne je eine Waffe in der Hand zu halten.
Worum geht es in der Doku Einstein und die Bombe? – Eine kurze Inhaltsangabe
«Als Albert Einstein (Aidan McArdle) im Jahr 1933 aus Deutschland vor den Nazis über Belgien nach England flüchtet, wo er sich drei Wochen lang in einer Hütte versteckt, bevor er in die USA ausfliegen kann, werden die Weichen für eine schicksalhafte Entscheidung gestellt: Einstein, eigentlich Pazifist, fasst hier den Entschluss, den Amerikanern beim Bau der Atombombe zu helfen, bevor die Nazis die Massenvernichtungswaffe entwickeln können. Das BBC-Dokudrama schildert diese, aber auch frühere und sich anschließende Ereignisse teils in Spielszenen, teils anhand von Einsteins Zitaten aus Schriften, Reden, Briefen und Interviews und erstellt so ein facettenreiches Bild eines der größten Wissenschaftler aller Zeiten.» (https://www.filmstarts.de/kritiken/319407.html)
Und Hacksaw Ridge – Die Entscheidung? – Eine kurze Zusammenfassung
«Der junge Desmond T. Doss (Andrew Garfield) wächst im US-Bundesstaat Virginia als ergebener Christ mit einem strengen Moralkodex auf. Als eines Tages sein Vater Tom (Hugo Weaving), Kriegsveteran und Trinker, im Streit seine Mutter Bertha (Rachel Griffiths) bedroht, greift Desmond zur Waffe und bringt ihn dazu, aufzuhören. Desmond schwört sich daraufhin, nie wieder eine Waffe auch nur anzurühren. Doch als sich sein Bruder Hal (Nathaniel Buzolic) nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor zum Kriegsdienst meldet, folgt ihm Desmond kurze Zeit später. Weil er aber weiterhin darauf beharrt, keine Waffe anzufassen, machen es ihm seine Vorgesetzten Captain Glover (Sam Worthington) und Sgt. Howell (Vince Vaughn), sowie seine Kameraden wie der harte Smitty (Luke Bracey) extrem schwer in der Ausbildung. An der Front gegen die Japaner wendet sich jedoch das Blatt: Während die Kugeln an ihnen vorbeischwirren und immer mehr Verluste zu vermelden sind, wächst Desmond über sich hinaus und rettet einem Verwundeten nach dem anderen das Leben – noch immer ohne eine Waffe zu tragen…» (https://www.filmstarts.de/kritiken/208104.html)
Beide Filme schildern auf eindrucksvolle und bewegende Weise, wie Menschen über sich selbst hinauswachsen können – und wie schwer es ist, dem eigenen Weg zu folgen, ohne dabei die eigenen Prinzipien zu verraten. Sich selbst treu zu bleiben, erfordert oft Mut und Entschlossenheit. Sowohl Albert Einstein als auch Desmond Doss waren Pazifisten. Einstein bezeichnete sich selbst als militanten Pazifisten – für ihn war es legitim, der Gewalt der Nationalsozialisten mit Gewalt zu begegnen. Er sah darin die einzige Möglichkeit, den Terror zu stoppen. Desmond Doss hingegen lehnte Gewalt strikt ab. Sein Ziel war es, Leben zu retten, nicht zu nehmen.
Krieg scheint nicht nur ein, sondern der Scheideweg zu sein – der Punkt, an dem sich Helden von Feiglingen und Moralisten von Amoralisten trennen. Derzeit stehen viele Fragen im gesellschaftlichen Kontext wieder offen. Es wird intensiv über Aufrüstung, Atomwaffen und die Fortführung des Krieges in der Ukraine diskutiert. Auch die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland, die 2011 ausgesetzt wurde, ist wieder ein Thema. Aktuell gibt es ernsthafte Debatten über eine mögliche Wiedereinführung.
- Politische Forderungen: Vertreter der CSU, wie Florian Hahn, fordern aufgrund der veränderten Sicherheitslage eine schnelle Wiedereinführung der Wehrpflicht. Hahn betonte, dass noch im Jahr 2025 die ersten Wehrpflichtigen ihren Dienst antreten sollten. (Siehe: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wehrpflicht-debatte-102.html)
- Regierungspläne: Verteidigungsminister Boris Pistorius hat ein neues Wehrdienstmodell vorgeschlagen, das eine verpflichtende Erfassung aller 18-jährigen Männer vorsieht. Frauen könnten sich freiwillig beteiligen. Dieses Modell soll die Personalbasis der Bundeswehr stärken. (Siehe: https://soldat-und-technik.de/2024/11/streitkraefte/40623/neuer-wehrdienst/)
- Fazit: Obwohl die Wehrpflicht derzeit ausgesetzt ist, gibt es sowohl auf politischer Ebene als auch in der Bevölkerung Bestrebungen, sie angesichts der aktuellen Sicherheitslage wieder einzuführen. Konkrete Entscheidungen stehen jedoch noch aus. (Siehe: https://www.welt.de/politik/deutschland/video255633694/Was-denkt-Deutschland-Brauchen-wir-wieder-eine-Wehrpflicht.html)
«Die derzeitige Situation in Deutschland kann als psychische Störung der Massen beschrieben werden.» (Zitat aus: «Einstein und die Bombe» von A. Einstein).
«Es sind nur freie Menschen, welche Erfindungen und geistige Werke erschaffen, die dem Leben einen Sinn geben.» (Zitat aus: «Einstein und die Bombe» von A. Einstein).
Freiheit und die Freiheit des Menschen: «Vor dem freien Menschen erzittert nicht.» (Zitat aus: Die Worte des Glaubens von Friedrich Schiller).
Freiheit ist fragmentiert – sie war nie weltweit uneingeschränkt möglich, bis heute nicht. Doch wenn wir eine Utopie mit Entschlossenheit denken und fest an sie glauben, kann aus ihr eine Eutopie werden – eine verwirklichte, gute Utopie. Ich glaube, dass das möglich ist.
«Wie soll ich mit mir leben, wenn ich nicht dem treu bleibe, woran ich glaube?» – Diese Frage stellt Doss im Gespräch mit seiner Verlobten, während er im Arrest auf seinen Militärgerichtsprozess wartet.
«Eine Überzeugung zu haben, ist kein Witz, sie macht dich aus.» (Zitat aus: «Hacksaw Ridge - Die Entscheidung» von Desmond Doss).
«Jene, die das Böse tolerieren oder fördern, sind eine größere Bedrohung für die Welt als jene, die die Taten begehen.» (Zitat aus: «Einstein und die Bombe» von A. Einstein).
«Alles, was ich will, ist Frieden!» (Zitat aus: «Einstein und die Bombe» von A. Einstein).
Sapere aude!
S. Noir
Link to the english translation of the article: https://www.ganjingworld.com/s/jlNzVODR7y
Anhang: Die Worte des Glaubens von Friedrich Schiller
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